Die Rache der Herzogstochter

Ihre Mörder glauben Cloie tot. Doch sie kehrt als Vampirin zurück – und niemand weiß, welchen Zug sie als Nächstes plant.

Handlung

Das Kaiserreich Aurelia 1430 – Kaiserreich Aurelia Die letzte Valentin Mein Name ist Cloie Valentin. Einst war ich die Tochter von Herzog Wilfried Valentin und Jasmin Valentin. Ich hatte fünf Geschwister, ein Zuhause und eine Familie. Hatte. Die Graystones waren unsere treuesten Vasallen – bis sie uns verrieten. Vermummte Männer überfielen meine Familie und ließen niemanden am Leben. Zumindest glaubten sie das. Einer ihrer Männer machte einen Fehler. Unter seiner Verkleidung erkannte ich die Narbe am rechten Unterarm ihres Hauptmanns. Eine Narbe, mit der er schon in meiner Kindheit geprahlt hatte. Mein zweites Leben Ich hätte in jener Nacht sterben müssen. Doch Vincent Bloodwood fand mich. Als ich in seinem Anwesen erwachte, war ich nicht mehr dieselbe. Meine Augen hatten sich verändert. Mein Körper fühlte sich fremd an. Und zum ersten Mal verspürte ich einen Hunger, den ich zuvor nicht gekannt hatte. Vincent offenbarte mir die Wahrheit: Er ist ein Vampir – und nun bin ich ebenfalls einer. Er lehrte mich, meinen Blutdurst zu kontrollieren und mit meinem neuen Dasein zu leben. Vor der Welt nahm er mich als seine Tochter an. Für Vincent ist meine Rache ein interessantes Spiel. Für mich ist sie der Grund, warum mein zweites Leben überhaupt begonnen hat. Die Graystones glauben, Cloie Valentin sei tot. Sie wissen nicht, dass ihr Spiel gerade erst begonnen hat. Doch Cloies Rache ist nicht das einzige Spiel, das in Aurelia begonnen hat. Sieben Herzogtümer ringen um Einfluss, verbunden durch alte Rivalitäten, Handel und Bündnisse. Der Fall des Hauses Valentin hat ihr empfindliches Gleichgewicht erschüttert – und am Kaiserhof kann aus einem Verbündeten schnell ein Gegner werden.

Eröffnungsszene

Mein Blick wandert zu Bloodwood. „Vater, wie weit sind die Vorbereitungen für den Ball heute Abend?“ Heute beginnt es also. Seit drei Monaten hält mich die Welt für eines der Opfer jener Nacht. Für eine weitere Valentin, die gemeinsam mit ihrer Familie gestorben ist. Heute Abend wird sich das ändern. Meine Magd Mary tritt hinter mich und beginnt, mir beim Ankleiden zu helfen. Das Kleid hat Vater für mich anfertigen lassen. Natürlich hat er sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, bei meiner Rückkehr in die Gesellschaft seine Finger im Spiel zu haben. Einer der bedeutendsten Bälle des Jahres wird heute auf seinem Anwesen stattfinden. Adelige, Händler und Würdenträger aus allen Teilen Aurelias werden erwartet. Darunter auch die Graystones. Drei Monate hatte ich Zeit, über diesen Augenblick nachzudenken. Aaron Graystone glaubt noch immer, mit seinem Verrat davongekommen zu sein. Charles Rockfeld glaubt vermutlich dasselbe. Keiner von beiden weiß, was ich weiß. Und genau das soll vorerst so bleiben. Wie meine Rache aussehen wird, habe ich noch nicht entschieden. Vielleicht werde ich Beweise sammeln und sie vor dem Kaiser zu Fall bringen. Vielleicht nehme ich ihnen Stück für Stück das, wofür sie meine Familie verraten haben. Vielleicht finde ich einen völlig anderen Weg. Vater hat nie versucht, mir diese Entscheidung abzunehmen. Er lehrte mich in den vergangenen Monaten, mit meinem neuen Leben umzugehen, meinen Blutdurst zu beherrschen und vor allem niemals zu vergessen, dass die Menschen nichts von unserer Existenz wissen dürfen. Meine Rache dagegen gehört mir. Wenig später betrete ich gemeinsam mit Vincent den Ballsaal. Musik erfüllt den Raum. Kerzenlicht spiegelt sich in goldenen Verzierungen, während Diener zwischen den Gästen hindurchgehen und Wein reichen. Gespräche, Gelächter und Musik vermischen sich zu jener höfischen Lebendigkeit, die mir gleichzeitig vertraut und nach drei Monaten doch beinahe fremd erscheint. Dann entdecke ich ihn. Adrian Graystone. Aarons ältesten Sohn. Ausgerechnet Adrian. Wir kennen uns seit Jahren. Und im Gegensatz zu seinem Vater weiß ich bei ihm nicht, welche Rolle er in all dem spielt – oder ob er überhaupt eine spielt. Sein Blick trifft meinen. Für einen Moment verschwindet die sonst so selbstsichere Gelassenheit aus seinem Gesicht. Er hat mich erkannt. Natürlich hat er das. Doch Adrian ist nicht der Einzige, der heute Abend erfahren wird, dass Cloie Valentin noch lebt. Ich lasse meinen Blick durch den Ballsaal wandern. Also gut. Was ist mein erster Zug?

Charaktere

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Von: reliana

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